Zu Schäden oder Risiken kann es bei der Früherkennungsuntersuchung selbst bzw. bei Folgeuntersuchungen zur Abklärung auffälliger Screeningergebnisse sowie bei der Behandlung der dabei entdeckten Läsionen kommen.

Der fäkale Okkultbluttest (FOBT) und der fäkale immunchemische Test (FIT) sind schmerzfrei und ungefährlich. Bei diesen Tests kann jedoch Blut im Stuhl entdeckt werden, das nicht von Darmtumoren oder Polypen stammt. Wird Blut im Stuhl nachgewiesen, werden Ihnen weitere Untersuchungen mittels Koloskopie angeboten (siehe „Folgekoloskopie“ unten). Wer zur Abklärung auffälliger Screeningergebnisse zu weiteren Untersuchungen geschickt wird, hat oft Angst, die aber meist nicht lange anhält.

Viele Patienten empfinden bei der flexiblen Sigmoidoskopie zumindest einen gewissen Grad an Unbehagen oder Schmerz, jedoch weniger als bei der Koloskopie. Zu kleineren Komplikationen (Übelkeit, Schwächegefühl bzw. Schwindel oder Bauchschmerzen) kommt es bei einer von 150 flexiblen Sigmoidoskopien. Zu größeren Komplikationen wie starken Blutungen oder dem Durchstechen der Darmwand kommt es bei einer von 3000 flexiblen Sigmoidoskopien. Sehr starke Schmerzen unmittelbar nach der Untersuchung treten bei rund einem von 50 Patienten auf.

Wie bei der Früherkennung mittels Guajak-Test oder FIT-Stuhltest erfordert ein auffälliges Screeningergebnis weitere Untersuchungen mittels Koloskopie (siehe „Folgekoloskopie“).

Viele Patienten empfinden bei der Koloskopie zumindest einen gewissen Grad an Unbehagen oder Schmerz. Meist wird die Vorbereitung des Darms mit Abführmitteln (d. h. die für die Koloskopie erforderliche Vorbereitung) als der schlimmste Teil des Verfahrens empfunden. Bei der Früherkennungskoloskopie ist in vielen Fällen, in denen Polypen oder kleine Tumoren entdeckt wurden, keine weitere Untersuchung mehr nötig, weil dabei auch der obere Teil des Darms untersucht wird. In der Europäischen Union wurden bei einer bis fünf von 1000 Untersuchungen größere Komplikationen gemeldet. Komplikationen treten eher auf, wenn bei der Koloskopie Polypen gefunden und entfernt werden. In extrem seltenen Fällen kann die Koloskopie zum Tod führen.

Die Folgekoloskopie ist eine Koloskopie, die zur Abklärung auffälliger Ergebnisse nach einem Guajak-Test bzw. FIT-Stuhltest oder zur Untersuchung des oberen Teils des Darms nach einer Sigmoidoskopie mit verdächtigem Befund durchgeführt wird. Sie birgt aufgrund der höheren Wahrscheinlichkeit der Entdeckung und Entfernung von Polypen oder Tumoren ein etwas höheres Risiko für Komplikationen als die Früherkennungskoloskopie. Viele der im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung entfernten Polypen hätten sich zu Lebzeiten vielleicht nie zu Krebs entwickelt, es lässt sich jedoch nicht vorhersagen, welche Polypen zu Krebs entarten. Größere Komplikationen wurden in Europa bei rund einer von 200 Folgekoloskopien gemeldet. Die Gefahr von Komplikationen ist bei einem chirurgischen Eingriff größer, wenn sich der Polyp oder Tumor nicht durch die Koloskopie entfernen lässt. In extrem seltenen Fällen (bei einer von 10 000 Untersuchungen) kann die Koloskopie zum Tod führen, die Zahl der durch die Früherkennung verhinderten Todesfälle durch Darmkrebs ist aber viel höher.